SPD: Tempo runter an der B 68

Erschließungsstraßen zum künftigen Baugebiet könnten helfen

Es sind viele Faktoren, die Einfluss nehmen auf die künftige Gestaltung der B68 und der angrenzenden Straßen. Das wurde gestern bei einem Ortstermin in Amshausen deutlich. Dazu hatte die Steinhagener SPD-Fraktion gemeinsam mit ihrem Gast eingeladen, dem SPD-Landtagsabgeordneten Georg Fortmeier. »Weniger Verkehr auf der B68 – damit könnte sogar Tempo 50 in diesem Bereich, auch wegen der einmündenden Straßen, ein denkbares Ziel sein«, so Fortmeier.

Wer auf dem Fuß- und Radweg an der B68 eine normale Unterhaltung führen möchte, muss die Stimme kräftig anheben, zu fast allen Tages- und Nachtzeiten herrscht dichter Pkw- und Lkw-Verkehr. Die Hoffnung vieler Anlieger ist, dass sich mit der Eröffnung des Steinhagener A33-Abschnitts große Teile des Verkehrs auf die Autobahn verlagern.

»Wir möchten auch an der B68 die Wohnqualität verbessern«, betont die SPD. So wurde 2009 im Haupt- und Finanzausschuss ihr Antrag verabschiedet, für die Bauphase der A33 ein Wege- und Straßenkonzept erstellen zu lassen. 2012 hat der Ausschuss einen SPD-Antrag zu den Auswirkungen der A33 verabschiedet: Die Verwaltung wurde beauftragt, Gespräche mit dem Landesbetrieb Straßen NRW zu führen. Auch den Landesbetrieb sieht SPD-Ratsmitglied Udo Bolte – gleichzeitig Sprecher der »Amshausen-Fans« – in der Pflicht: »Wir erwarten, dass die Behörde mit uns redet.«

Schließlich gebe es veränderte Rahmenbedingungen, die in die Planungen miteinbezogen werden müssten. So wie das geplante Baugebiet an der Amshausener Straße, in dem 600 Wohneinheiten entstehen sollen. Ein Knackpunkt ist die Erschließung: Ginge es nach Straßen NRW, würde die Siedlung vor allem über die Straße An der Jüpke erreichbar sein. »Das könnte ein Verkehrschaos geben«, meint Bolte. Seine Fraktion und mehrheitlich der Gemeinderat plädieren für eine zusätzliche Anbindung an die B68, »neben dem Schuhkamp zum Beispiel auch über Falkenstraße oder Fasanenweg.« Das erhöhe die Wohnqualität im gesamten Gebiet, erklärt Udo Bolte: »Wir haben jetzt die Chance, zwei Dinge zu kombinieren: einen attraktiven Bebauungsplan zu erhalten und so zusätzlich die B68 zu entschleunigen.«

Die Bundesstraße werde nämlich nach Fertigstellung der Autobahn zu einer Landesstraße umgewidmet. »Da gilt grundsätzlich erst einmal Tempo 100 – leider gar nicht so abwegig, denn auch mit weniger Verkehr hier ist Straßen NRW daran gelegen, den Verkehr möglichst fließend zu halten«, gibt Bolte zu bedenken. Wichtig seien daher Verhandlungen mit dem Landesbetrieb über weitere Erschließungsstraßen. »Man kann nicht gleich zwei schnelle, fast parallel verlaufende Straßen planen«, findet Georg Fortmeier. Am Mittwoch steht dazu ein Gespräch mit Landtags- und Bundestagsabgeordneten aus Ostwestfalen-Lippe an.

Darum geht es ebenso beim Treffen der »Amshausen-Fans« am Donnerstag, 14. Juli. Beginn ist um 18 Uhr in der Alten Feuerwehr Amshausen, jeder ist willkommen.

Pressespiegel: Westfalen-Blatt, 12.7.2016

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