Pressemitteilung:

  • 26. August 2010

»Nölke ist ein Leuchtturm«

Arbeitsminister Guntram Schneider besucht den Fleischwarenhersteller Nölke
Das Familienunternehmen Nölke überzeugt - so lautet der Tenor des Gesprächs zwischen (hinten von links) Geschäftsführer Ralf Diesing, SPD-Landtagsabgeordnetem Georg Fortmeier, Gesellschafter Frank Nölke, Bürgermeister Thorsten Klute, (vorne von links) NRW

Das Familienunternehmen Nölke überzeugt - so lautet der Tenor des Gesprächs zwischen (hinten von links) Geschäftsführer Ralf Diesing, SPD-Landtagsabgeordnetem Georg Fortmeier, Bürgermeister Thorsten Klute und Arbeitsminister Guntram Schneider
Westfalen-Blatt, 26.08.2010

Versmold (WB). Die soziale Verantwortung ist es, die NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider am Familienunternehmen Nölke wohl am meisten beeindruckt hat. Beim OWL-Antrittsbesuch des SPD-Politikers kamen Themen wie Leiharbeit, Mindestlohn und Qualitätsarbeit zur Sprache.
»Die Kunst eines Unternehmens ist es, faire Löhne zu zahlen und sich trotzdem am Markt zu behaupten. 3,50-Euro-Zahler haben keinen Platz im Wettbewerbssystem«, stellte der Arbeitsminister fest. Beim Fleischwarenhersteller Nölke gebe es Dank des Tarifvertrags soziale Standards. Der Landesregierung sei es ein Anliegen, einen gesetzlichen Mindestlohn durchzusetzen. »Der soll aber nicht in Plenardebatten festgesetzt werden, sondern durch ein unabhängiges Gremium bestimmt werden, das sich aus Sozialpartnern, der Wirtschaftswissenschaft und Politik zusammensetzt«, argumentierte Schneider. Mindestlöhne seien nicht als etwas Starres anzusehen: »Das System muss sich immer weiter entwickeln.«
Der Mindestlohn sei letztlich ein Instrument, den Wettbewerb gerechter zu gestalten. Schneider: »Im Lebensmittelhandel herrscht teilweise ein ruinöser Wettbewerb.« Und das ginge zu Lasten der Gehälter und der Qualität der Waren.
Die Situation von Leiharbeitern will der Minister ebenfalls verbessern. »Da muss der Grundsatz gelten "Gleiches Geld für gleiche Arbeit"«, forderte er. Durch mehrfaches Verleihen von Arbeitnehmern seien soziale Standards am Ende gar nicht mehr kontrollierbar. Und Schneider fügte hinzu, dass in der Vergangenheit Produktionsverlagerungen ins Ausland nicht immer mit dem Lohnniveau in Verbindung gestanden hätten. »Da ging es oft auch um das Erschließen neuer Märkte«, erläuterte der Arbeitsminister. Die Betriebe, die aber doch von so genannten Billiglohnländern angezogen worden seien, würden heute sogar in recht großer Zahl wieder nach Deutschland zurückkommen.
Die Nölke-Vertreter nannten, was sie in Zukunft erhoffen. »Wir wünschen uns, dass die Politik die Rahmenbedingungen für den Wettbewerb schafft«, verwies Gesellschafter Frank Nölke auf Chancengleichheit. Er berief sich auf die anstehende 50-Millionen-Investition für das geplante Rohwurstwerk (das WESTFALEN-BLATT berichtete). »Für Investitionen im Land, sind Fördermaßnahmen notwendig.«
Dem Wirtschaftsstandort OWL möchte Guntram Schneider in der Landesregierung in Düsseldorf zu einer Stimme verhelfen »Es muss nicht eine lautere Stimme werden, sondern eine bessere«, betonte der 59-Jährige.
»Nölke ist ein Leuchtturm«, beschrieb der Arbeitsminister in diesem Zusammenhang seinen Eindruck des Betriebs. Die Verwurzelung mit der Region bedeute ein Stück Zukunft für Versmold. »Familienunternehmen wie dieses, das seit seiner Gründung an demselben Standort zu finden ist, bilden das Rückgrat der deutschen Wirtschaft.«