Pressespiegel:
Fortmeier verlässt Bezirksvertretung
Landtagsabgeordneter bleibt Ratssprecher der SPD
Neue Westfälische, 12.08.2010Dornberg. Georg Fortmeier (55) hat gestern bei Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD) seinen Rücktritt aus der Bezirksvertretung Dornberg erklärt. Sein Nachfolger wird der Lehrer Jörg Sensenschmidt (60). Fortmeier, der seit Juni dem Landtag angehört, bleibt Mitglied des Stadtrates, dort Vorsitzender der SPD Ratsfraktion und auch Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses.
„Ich hätte in Düsseldorf gerne mein Interesse für den Ausschuss Bauen und Verkehr im Landtag angemeldet. Das geht aber nicht, weil dessen Termine immer donnerstags am Nachmittag sein werden. Dann ist in Bielefeld Ratssitzung.“ Fortmeier, der im Grenzbereich von Großdornberg und Babenhausen wohnt, will den Kontakt zur Kommunalpolitik behalten.
„Ich bin schließlich angetreten, um meinen Wahlkreis im Land zu vertreten. Das kann ich besser, wenn ich hier auch mit beraten und mit entscheiden kann.“
Wegender schwierigen Mehrheitsfindung für die Regierung, Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) wurde nur von 90 der 181 Abgeordneten gewählt, verlangen SPD und Grüne von ihren Mandatsträgern in den Sitzungswochen ständige Anwesenheit.
„Es kommt schließlich auf jede Stimme an“, sagt Fortmeier. 16 Jahre hat der Jurist der Bezirksvertretung Dornberg angehört. „Das ging gleich voll los“, erinnert er sich. Erstmals gab es im Stadtbezirk eine rotgrüne Mehrheit. Der bisherige SPD Sprecher Hans-Rolf Pade wurde Bezirksvorsteher, der Neuling Fortmeier so gleich sein Nachfolger als Fraktionsvorsitzender. Er war damals als Referent des früheren SPD-Bundestagsabgeordneten Günter Rixe angestellt,
wurde danach Mitarbeiter von dessen Nachfolger Rainer Wend. „In der Bezirksvertretung lernt man, wie Verwaltung funktioniert, wie politische Entscheidungen vorbereitet werden, wie man in der Politik etwas bewegen kann“, sagt Fortmeier rückblickend. „Eigentlich sollten gerade
dort die alten Hasen den Jungen viel früher Platz machen.“ In der Bezirksvertretung Dornberg feierte er Erfolge. „Wir haben kurz vor der Kommunalwahl
1999 gemeinsam mit den Grünen das Gebiet Hof Hallau als autofreies Wohngebiet beschlossen.“ Fortmeier vergisst aber auch nicht die Misserfolge.
„Wir haben anschließend die Kommunalwahl verloren. CDU, BfB und FDP haben den Bebauungsplan dann geändert.“ Schmerzlich war auch die Wahl des Bezirksvorstehers 2004.
„Zwei Stunden vor der Sitzung hatte ich noch eine Mehrheit.“ Letztlich fehlte ihm aber die Stimme der FDP-Vertreterin. Fortmeier richtet sich jetzt auf einen straffen Terminkalender ein. Montags trifft sich die Bielefelder SPD-Fraktion, tagt die Koalitionsrunde mit Grünen und FDP, dienstags muss er in Düsseldorf sein bei der SPD-Landtagsfraktion.
Noch stehen dort die Ausschüsse nicht fest. Fortmeier hofft auf Wirtschaft und Energiepolitik (Mittwoch morgens), Recht (Mittwoch nachmittags) sowie Wissenschaft und Forschung (Freitag morgens). Zwischendurch geht es donnerstags nach Bielefeld zum Stadtrat.

