Pressespiegel:

  • 03. August 2010

Die Rathaus-Tochter spart Steuern

Beteiligungs- und Vermögensverwaltungsgesellschaft der Stadt ist recht aktiv / Geschäftsbericht der BBVG
© 2010 Neue Westfälische
Bielefelder Tageblatt (MW), Dienstag 03. August 2010

Bielefeld. Die hundertprozentige städtische Tochtergesellschaft BBVG schließt ihre Bilanz für 2009 mit rund 460 Millionen Euro (Vorjahr 480 Millionen). Der Bilanzgewinn betrug laut Gewinn- und Verlustrechnung 16,7 (26,7) Millionen Euro.

Die Bielefelder Beteiligungs- und Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH ist eine der größten und finanzstärksten Tochterfirmen der Stadt. Sie wurde 2001 als Steuersparmodell im Zuge des Verkaufs der Stadtwerke-Anteile an Bremen gegründet. Der Stadtrat entsendet aus allen Fraktionen Vertreter in die Gesellschafterversammlung. Vorsitzender ist Ralf Nettelstroth, Stellvertreter Hans-Georg Fortmeier. Geschäftsführer ist der Leiter des städtischen Amtes für Finanzen und Beteiligungen, Joachim Berens. Durch die BBVG sollen Vermögens- und Steuerinteressen der Stadt Bielefeld weiter optimiert werden. Gleichzeitig werden durch sie stadteigene Gesellschaften unter strategischen und steuerpolitischen Gesichtspunkten stärker gemanagt. Sie hält sechs unmittelbare Beteiligungen: Stadthalle Bielefeld Betriebs-GmbH – mit Parkhaus und Seidensticker Halle – (100 %), Bielefelder Marketing GmbH (51 %), Stadtwerke Bielefeld GmbH (50,1 %) sowie Einkaufszentrale öffentlicher Bibliotheken GmbH (0,94 %). Die städtische Tochter-Gesellschaft BBVG ist Bauherrin der Ausstellungs- und Veranstaltungshalle neben der Stadthalle. Die Investition ist mit 14,8 Millionen Euro gedeckelt. Die Halle soll im September eröffnet werden, Pächterin ist dann die Stadthalle Betriebs G mbH.

Als Generalauftraggeber tritt die Bielefelder Beteiligungs- und Vermögensverwaltungsgesellschaft seit Frühjahr 2008 auch im Außenverhältnis beim Ausbau der Detmolder Straße, zwischen Niederwall und Otto-Brenner-Straße, auf. Die Arbeiten sollen im April 2011 beendet sein. Die Kosten sind mit 41 Millionen Euro veranschlagt.

Ein Großteil der Stadtbahnanlagen liegt im Vermögen der BBVG. Das Eigentum an Grundstücken, Gebäuden und Betriebsvorrichtungen für den öffentlichen Personennahverkehr ist Teil des Unternehmensgegenstandes der BBVG. Die Stadtbahnanlagen sind an die moBiel GmbH verpachtet. Bei Erweiterung des Stadtbahnnetzes kann sich für die städtische Gesellschaft ein neuer, erheblicher Investitionsbedarf ergeben.

Als nächstes soll die BBVG das Projekt Technisches Dienstleistungszentrum (TDLZ), die Erweiterung der städtischen Bauverwaltung an der August-Bebel-, Ecke Falkstraße, in Planung und Bau realisieren. Das 26,5 Millionen Euro teure Projekt soll bis 2011 realisiert sein. Geplant sind Büroräume für das Bau- und das Umweltdezernat.

Das Gewerbeflächemanagement, zuvor bei der städtischen Tochter WEGE angesiedelt, wird wieder aus der BBVG ausgegliedert. Nach einemBeschluss des Stadtrates werden die Flächen künftig von der Stadt selbst erworben und veräußert. Die BBVG, die 33 Hektar übernommen und gut 23 Hektar veräußert hat, zieht sich sukzessive aus dem Geschäftsfeld zurück.